Die Nachricht des Tages… Der Untergang einer Skination.

Wenn es nach der Art der Berichterstattung auf Ö3 geht, ist es fast schlimmer als der Weltuntergang. „Dem Skifahren droht das AUS!“ heißt es heute schon die ganze Zeit auf Ö3. Den Bericht im Internet findet man hier. Diesmal geht es nicht um die globale Erderwärnung, sondern um den Abstieg vom Breitensport/Volkssport zum Luxussport. Sind wir uns ehrlich, nur weil wir in Österreich viele Berge haben, muß doch nicht jeder Österreicher ein Ski-Ass sein.

Ich bin seit meiner Kindheit immer wieder auf Skiern gestanden und habe es auch genossen. Ich traue mir auch zu sagen, daß ich sehr gut darin bin. Somit habe ich einen gewissen Überblick auf die Entwicklung in den letzten Jahren. Wenn man sich umsieht, ist das Skifahren an sich immer mehr in den Hintergrund gerückt und wurde von vielen nur als Verbindungsmöglichkeit zwischen den diversen Hütten genutzt, bis es dann in Tal zum finalen Apre-Ski geht. Das gab es schon immer, aber in den letzten Jahren hat der Partyfaktor stark zugelegt.

Versteht mich bitte nicht falsch, nicht jeder Skifahrer ist ein Alkofix, der mit zwei Latten oder einem Brett an den Beinen zu den Hütten rutscht. Es gibt auch genug ambitionierte Skifahrer, die es wegen dem Spaß machen.

Die Veränderungen der Skigebiete habe ich recht gut an der Gegend Reiteralm und Schladming feststellen können. Vor einigen Jahren war ich auf der Reiteralm unterwegs und wie aus dem Nichts erscheint vor mir eine riesige Hütte mit sämtlichen Schnickschnack. Das letzte Jahr war dort noch ein Wald. In Schladming selbst ist in den letzten Jahren neben der Talstation eine sehr große Apre-Ski-Bar-Hütte-Disco entstanden. Nicht weit weg von dort ist ein Designhotel entstanden.

Auch auf der technischen Seite hat sich sehr viel getan. Nur ist es notwendig, daß an Otto-Normal-Verbraucher Material verkauft wird, das sehr oft zu schnell und zu aggressiv ist? Wenn man sich ansieht, wie die Unfälle auf den Pisten zu Stande kommen und was passiert ist es schon oft sehr beängstigend.  Immer wieder kommen Leute mit dem Material, daß sie verwenden und der Geschwindigkeit, die es zuläßt nicht zu recht und verletzen sich selbst und/oder andere zum Teil schwer. Jetzt könnte man noch über die Folgekosten reden usw., aber das überlasse ich anderen.

Aber sehen wir es einmal realistisch. Auch preislich ist ein Skiurlaub kein Schnäppchen. Ein 6-Tages-Skipass in der Region Schladming kostet in der Hauptsaison 2010/11 EUR 177,50. Ein stolzer Preis. Besonders dann, wenn man nur auf den Bergen rund um die Planai befahren möchte. Diese Karte kann man auch auf den Liften in der kompletten Skiwelt Amade verwenden. Ob man will oder nicht. Aber wie kommt man dazu, daß man die anderen Regionen mitfinanziert.

Wenn man dann noch in der Vor-Urlaubs-Zeit einen Blick in diverse Anzeigen wirft, den Preis der Skikarte nimmt einen Teil der Unterkunftskosten dazurechnet geht sich meist schon ein All-inklusive-Urlaub im warmen Süden aus.

Auch die Schulskikurse werden immer weniger, da solche Projekte immer teurer werden. Ich bin gespannt, ob es so etwas wie Skikurse zur Schulzeit unserer Tochter noch geben wird. Die Idee der Wirtschaft verpflichtende Skikurse einzuführen finde ich absurd.

Wenn man den Medienberichten der letzten Wochen glauben darf, ist es nach dem Jahr 2020 mit dem Skifahren schon fast vorbei. Ich bin gespannt, wo sich das alles hin entwickelt.

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