Regen vom Himmel und Sonnenschein im Herzen

Heute bin ich nach einer schönen und ruhigen Nacht aufgewacht und war schon zu diesem Zeitpunkt gut aufgelegt. Der Wetterbericht im Radio kündigte zwar Regenschauer an, aber das war mir auch egal. Ich habe mir Frühstück gemacht und dann ging es zu Fuß zum Bahnhof. Am letzten Drittel hat es dann zu regnen begonnen, aber das machte mir nichts. am Bahnhof habe ich dann die Frau mit dem bösen Blick gesehen. Über diese Frau habe ich vor 2 Wochen schon geschrieben. Damals habe ich beschlossen, daß ich mich, zwecks persönlicher Belustigung, in ihre Nähe setzen werde. Gedacht. Getan.

Beim Einsteigen wäre sie mir fast entwischt, aber ich habe sie dann doch gefunden und es waren auf den 4er Platz  noch drei Plätze frei. 😀 Also nahm ich versetzt zu ihr Platz und streckte dank des freien Raumes vis-a-vis mein Beine aus. – Prüfende Blicke. – Die Beste verstaute ihren kleinen Regenschirm in ihrer Tasche und blätterte in der Zeitung. Am anderen 4er Platz wagte es eine Frau mit dem Tierarzt wegen einer Medikamentendosis zu telefonieren. – Böse Blicke, Kopfgeschüttel und unverständlichen Gemurmel. – Das war der absolute Startschuss, „Unterhalte sie mich!“ schoß es mir durch den Kopf. Mögen die Spiele beginnen. Jetzt konnte es nur noch besser werden.

Die Dame hinter der Frau mit den bösen Blick klappte die Fußstütze, die es in den Wiesel-Zügen gibt, herunter. Durch dieses Klack-Geräusch fühlte sie sich natürlich auch in ihrer Welt, wie immer die aussieht, gestört. Es folgte wieder das volle Repertoire. – Im sitzen umdrehen, böser Blick, Kopfgeschüttel und das obligatorische Gemurmel. – mir kostete das nur einen müden Lächler und die Dame mit der Fußstütze schaute etwas irritiert.

Aber dann kam der Überknaller, im wahrsten Sinn des Wortes. Bei einem Ruck, den der Zug machte, löste sich die Fußstütze für den zweiten Sitz. Diese klappte mit einem lauten Klatscher hinunter. In diesem Moment dürfte bei der Frau mit dem bösen Blick ein Teil ihrer Welt eingestürzt sein. Sie fuhr herum, dabei schlug sie mir mit ihrem Fuß gegen mein Knie. Mit einem kurzen Zwischenruf habe ich sie etwas aus der Fassung gebracht und sie hat wenigstens kurz „Entschuldigung“ gesagt. Dann wurde die Dame hinter ihr angekeifft. Ab diesen Zeitpunkt konnte ich nicht mehr ruhig zusehen. Ich habe der Dame in der hinteren Reihe kurz erklärt, daß diese lustige Person mir schon seit einiger Zeit aufgefallen ist wie sie über Nichtigkeiten mit den Augen rollt und immer etwas in sich hinein murmelt.

Auf einmal war ich das neue Feindbild der Frau mit dem bösen Blick. Sie fragt mich, warum ich mich dann zu ihr setze, wenn ich sie nicht leiden kann. Angefangen habe ich mit der Erklärung, daß es sich um ein freies Land und um freie Platzwahl handelt. Die weitere Antwort, daß sie mir durch ihr Verhalten eine gewisse Art der Unterhaltung bietet, dürfte sie wohl etwas ihr Ego getroffen haben. Sie meinte darauf, daß sie jetzt deswegen einem „glatzerten Affen“ gegenüber sitzen muß. Ein Wort ergab das andere. Ich meinte, daß ich Gott sei Dank ein gutes Ego habe und es verkrafte, wenn ich getreten und beschimpft werde. Ich hab wenigstens etwas, auch wenn es eine Glatze ist. Andere Menschen haben nichts, nicht einmal Anstand und Benehmen und sie kann sich ja aufs Klo setzen wenn sie ungestört sein will. Bei ihrer Beschimpfung hat sie mir nicht einmal ins Gesicht sehen können, was ja auch ein Zeichen ist.

Beim Aussteigen habe ich ihr noch ein schönes Leben gewunschen und sie soll es doch etwas leichter nehmen.

Beim nächsten Aufeinandertreffen im Zug weiß ich schon wo ich mich hinsetzen werde. ersten zu meiner persönlichen Belustigung und zweitens, damit ich was zum schreiben habe. Solche Mitmenschen entschädigen für einiges was man mit der ÖBB sonst mitmachen muß.

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