Das sonderbare Verhalten der Menschen in Öffis

Nach dem ich seit vielen, vielen Jahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, habe ich schon so einiges erleben dürfen oder besser gesagt müssen.

  • Da sind die Leute, die ihren Hintern auf eineinhalb Plätze parken und dich dann böse anschauen oder genervt das Gesicht verziehen, wenn man den letzten verbleibenden Platz im ganzen Wagon haben will. Aber nicht, dass diese Leute sich dann auf ihren Platz beschränken. Der Platzbedarf dieser Personen bleibt gleich.
  • Ähnlich ist es auch mit den Fahrgästen, die ihre sämtlichen Taschen auf die umliegenden Plätze verteilen. Ich gebe zu, dass ich meinen Rucksack auch auf den Nebensitz stelle. Aber wenn mehr Leute einsteigen mache ich natürlich Platz.
    Der Überknüller in dieser Kategorie war vor einigen Jahren ein Mann, der im Zug einen kompletten 4er Platz mit Aktentasche, Notebook und einem Haufen an Unterlagen belagert hat. Als ein Fahrgast ihn gefragt hat, ober er sich etwas einschränken kann, meinte der gestresste Geschäftsmann, dass er hier arbeiten muss. Der platzsuchende Herr meinte dann nur, dass er leider kein Firmenschild gesehen hat, er offenbar nicht bei der ÖBB arbeitet und jetzt sofort den Platz frei machen soll. Der Arbeitswütige hat es  dann doch vorgezogen seine Unterlagen einzusammeln.
  • Nicht weniger erfreulich sind die Fahrgäste, die der festen Überzeugung sind ihre Füße auf den Sitz zu legen. Egal ob mit oder ohne Schuhe. Ich empfinde beides als Frechheit.
  • Sehr irritiert reagiere ich bei Leuten, die sich in mein nähestes Umfeld setzen, obwohl der halbe Wagon noch frei ist.
  • Genau so gerne habe ich auch die Leute, die sich bei einem 4er Platz mir direkt gegenüber setzen anstatt auf den Platz daneben.
  • In den letzen Jahren ist es mir verstärkt aufgefallen, dass sich Kinder mit ihren Schultaschen bzw. Rucksäcken am Rücken hinsetzen. Oft sitzen die nicht einmal richtig, sondern der halbe Hintern hängt in der Luft. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das bequem ist.

Was ich auch Liebe sind Fahrgäste die mit ihrer Musik den ganzen Wagon beschallen. Dabei gibt es 2 Varianten. Die einen haben einfach nur schlechte Kopfhörer und belästigen damit den halben Wagon. Die anderen sind die Ansammlungen von meist Kindern und Jugendlichen, die die Musik über den Handy-Lautsprecher wiedergeben.

Beim Aussteigen kommt es auch oft zu Reibereien. Da gibt es die einen, die beinhart in der Türe stehen bleiben und blöd durch die Gegend schauen auch wenn die Menschenmassen aussteigen wollen.
Die anderen wollen schon unbedingt in den Wagon einsteigen, auch wenn die Türen gerade erst aufgegangen sind und die Leute, die aussteigen wollen, noch nicht einmal eine Zehenspitze aus der Türe gestreckt haben. Dazu gibt es immer wieder welche, die mitten vor der Türe stehen und warten, dass sie einsteigen können. Die werden aber meistens von der aussteigenden Welle mitgerissen.

Meine absoluten Lieblinge sind die Leute, die in den Zug einsteigen und gleich bei der Türe stehen bleiben und nicht in der Lage sind in die Gänge weiter zugehen, damit die restlichen Fahrgäste auch noch einsteigen können. Ein Hoch auf den Ego-Trip.
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5 Kommentare zu “Das sonderbare Verhalten der Menschen in Öffis

  1. Frust runtergeschrieben?

    Leider fehlen noch die Bierdosenvernichter (kaum ist die eine Hülse im Küberl versenkt wird aus dem obligatorischen Billasackerl die nächste heraus gezogen) und die Lauttelefonierer („Ja, Schatzi, da musst… nein… na sicher… nein… na hör doch mal zu, da musst du… ja, sicher… nein, so doch nicht…“)

    Das mit den Kindern versteh ich allerdings, dass sie sich nicht hinsetzen. Bei den Gewicht die so eine Tasche hat und dem beengten Platz in den Öffis trauen sich die Kleinen die Tasche nicht mehr herunter zu nehmen. Wenn sie unabsichtlich wen anrempeln könntens ja blöde Kommentare kassieren…

    • Nach dem mir die letzten Tage die Schwammerl massiv auf die Nerven gegangen sind war diese Art der „Entladung“ notwendig und befreiend.
      Aber du hast recht, die Liste könnte man noch ewig fortsetzen.
      Vielleicht gibt’s ja eine Fortsetzung.

  2. Bei den meisten Punkten kann ich deine „Ladung“ absolut nachvollziehen. Lediglichh den Punkt, dass sich jemand zu dir setzt, obwohl der Rest noch frei ist, finde ich nicht schlimm. Vielleicht will die Person ja näheren Kontakt. 😉
    Mir geht in letzter Zeit immer öfters auf die Nerven, dass man bei den Fernzügen der Deutschen Bahn Siutzplätze reservieren kann (und auf bestimmten Verbindungen auch sollte), aber trotzdem immer schon wer auf dem Platz sitzt, obwohls ausgeschildert ist.
    Vielleicht sollte ich mir auch mal Luft verschaffen, indem ichs niederschreibe…

  3. Guten Morgen,

    Ich fahre auch sehr oft mit der Bahn. Aber solange mich jemand nicht direkt stört, fühle ich mich nicht so schnell eingeschränkt.

    Eineinhalb Sitzplätze
    Ich kenne genug Bahnen, bei denen korpulentere Menschen Probleme haben. Die Sitze sind einfach zu klein, zu schmal. Ich selbst bin dann auch schon mal öfter stehen geblieben, wenn so ein korpulenter Mensch zwar versucht, sich schmal zu machen, es aber einfach nicht schafft.
    Diese Menschen, die eigentlich nicht soviel Körpermasse haben und sich dennoch breit machen, gibts natürlich auch. Aber da habe ich schon meine subtilen Mittel.

    Unterlagen auf dem Sitz
    Diese Geschichte ist so natürlich dreist. Aber ich kenne auch verzweifelte Schüler oder Studenten, die auf die letzten Augenblicke im Zug noch irgend was fertig bekommen müssen. Und dann nicht wissen, wohin mit dem ganzen Kram. Als ehemaliger Abendschüler habe ich da durchaus Verständnis für.

    Füße auf den Sitz
    Nach ca. 10 Stunden unterwegs sein, sei es zu Fuß oder in der Bahn, ist das manchmal ne absolute Wohltat. Es war auch schon mal so, dass ich massiv Knieschmerzen hatte und dies die einzige Haltung war, die einigermaßen akzeptabel war. Höfliches Fragen hat aber auch in diesen Momenten zu einer positiven Reaktion meinerseits geführt.

    Leute mit Rucksack
    Nein, es ist nicht bequem. Aber es ist besser als sitzen, weil kurzfristig das Gewicht abgefangen wird. Abnehmen ist auf kurze Entfernungen auch nicht so vorteilhaft, weil man dann den Rucksack auch wieder mühsam auf den Rücken wuchten muss. Bei mir knarzt da manchmal schon der Stoff vom Rucksack.

    Leute, die in der Tür stehen bleiben
    Seit es mir einmal passiert ist, dass man mich nicht wieder raus ließ und ich zwangsweise eine Station weiterfahren musste, als ich wollte, bleibe auch ich stur in Türnähe stehen.

    Manchmal sollte man sich eben doch überlegen, ob es vielleicht eine Geschichte zu dem Menschen gibt. Ohne frage gibt es sehr viele Menschen, Zugreisende, die sich fürchterlich benehmen und sich auch keiner Schuld bewusst sind, wenn man sie darauf anspricht. Vielfach ist aber auch ein höfliches Wort der Schlüssel, der zur gewünschten Reaktion führt.

    Betonung auf höflich, denn wenn ich etwas mache, dass aus meiner Sicht ok ist und dann angepampt werde, entwickelt sich bei mir sekundenschnell störrische Sturheit.

    Auf ein angenehmes Miteinander 🙂
    Liebe Grüße, Felis

  4. Pingback: Der heutige Tag, ein Auf und Ab « der Feierabendblogger

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