Wutbürger oder Mutbürger

Seit über einer Woche macht das Video von Roland Düringers Auftritt bei der letzten Sendung von Dorfers Donnerstalk die Runde. Wer diesen Auftritt nicht kennen sollte, kann ihn sich hier anschauen.

Der Auftritt kam an einem für mich sehr interessanten Zeitpunkt.  Tage zuvor war diese Situation schon eines der Hauptgesprächsthemen bei uns in der Arbeit.

Haltet mich jetzt bitte nicht für einen Hysteriker. Ich glaube auch nicht an eine Verschwörungstheorie. Aber bei mir im Büro sind wir uns alle einig, dass es sich aktuell nicht  nur um eine Finanzkrise handelt, wie es in den Medien und den Politikern gerne dargestellt wird. Es betrifft auch nicht nur die Griechen. Den dort wollen die Banken und Wirtschaftsmächte das investierte Geld nicht in den Sand stecken, darum auch der große Rettungsschirm. Es ist etwas größeres. Das Finanzsystem ist nur die oberste Spitze. Es wird das Bildungssystem, das Pensionssystem und das Gesundheitssystem folgen.

Wir haben auch mit anderen Leuten darüber gesprochen. Zu unserer Firma gehört auch eine Copyshop-Kette. Dort haben meine Kollegen auch schon mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. Vom einfachen Studenten, über Arbeiter, Pensionisten und Kleinunternehmer bis hin zu Polizisten in gehobeneren Positionen. Dazu kommen auch noch Vertriebsmitarbeiter unserer Lieferanten und Universitätsmitarbeiter, die ich durch meine Arbeit kenne. Alle sehen es ähnlich wie wir. Es wird bald etwas passieren. Manche sehen es optimistischer, manche pessimistischer.

Eine Tatsache ist folgendes. Die immer steigenden Preise für unsere Güter sind auf die steigenden Zinsen zurückzuführen. Es ist eine Spirale, die zum Schluss im großen Knall endet. Der Geldfluss geht immer in die Richtung des Geldes. Die Ausgaben steigen immer schneller als die Einnahmen und somit wird bald der Punkt erreicht sein, an dem die Wirtschaft (und das Leben) so wie wir es kennen nicht mehr existieren wird. Jeder Hersteller von Produkten muss die Preise erhöhen, um die immer mehr steigenden Zinsen zurückzahlen zu können und der erste im Geldfluss muss sich im schlimmsten Fall einen Kredit aufnehmen, für den er wieder Zinsen zahlt, um die Zinsen der anderen zu bezahlen. Somit wird immer mehr und mehr Geld gedruckt und die Inflation steigt. Die Humanwirtschaftspartei in Deutschland hat zu diesem Thema eine passende Grafik veröffentlicht. Den Artikel dazu gibt es auf deren Homepage unter dem Titel „Was ist das Problem? Was wollen wir?“ vom 25.10.2011. Es gibt auf der Homepage auch ein Dokument mit dem Titel „Die Lösung der Sozialen Frage“ ich selbst habe es noch nicht gelesen. aber Freunde sagen, dass es sehr interessant ist. Leider ist das Dokument in der Art nicht ausdruckbar. (GidF ;-))

Hier noch ein kleines Wortspiel. Den deutschen Begriff „Geldschein“ kann man, wenn man das Wort in „Geld“ und „Schein“ aufteilt neu interpretieren. – Das Papier scheint nur Geld wert zu sein.

Das zum Anfang erwähnte Video von Roland Düringer ist hoffentlich für viele ein Anstoß um über das Thema nachzudenken. In der Vorgeschichte zu der Wutrede, das Video dazu ist unten, gibt es eine treffende Aussage.

„Es ist keine Umverteilung von arm zu reich, sondern von fleißig zu reich.“

Auch die nähere Definition der gemeinten Arbeitslosen ist recht treffend. Diese Rede war, wenn man einem Interview glauben darf, ursprünglich kein Teil des Programms. Roland Düringer hat dabei das gesagt, was er sich denkt und was ihm auf der Zunge gelegen ist.

Ich persönlich sehe in seiner Figur sowohl den Wutbürger. Es ist klar, dass sich einiges an Wut angestaut hat. Ich sehe in ihm aber auch den Mutbürger. Er hat den Mut, die Courage aufzustehen und zu sagen, was ihn stört und was seiner Meinung nach im Ar.. gen ist. Ich glaube auch, dass hier seine Position als Person des öffentlichen Lebens hilfreich war. Wenn ein Otto Normalverbraucher aufgestanden wäre, hätte er nie so viele Leute erreicht, wäre vermutlich als „narrisch“ abgestempelt worden und hätte damit recht schnell das Handtuch geworfen. Gegner könnten sagen, warum es erst jetzt diesen Aufschrei gibt. (Wo Dorfers Donnerstag Talk zu Ende ist.) Es stimmt schon, man hätte schon vor Jahren etwas merken und aufschreien können. Aber damals wurde ja alles schön geredet und es wurden Aktionen seitens der Wirtschaft für eine kurzfristige Besserung gesetzt. Nur ist der Fall jetzt offenbar höher und härter. Auch dazu gibt es ein kleines Video. Diesmal greife ich auf den deutschen Georg Schramm zurück. Es ist zwar eine Statistik aus Deutschland. Aber ich glaube, dass sie bei uns nicht anders ist. Kabarett hin und her, bei dieser Nummer kommt den wenigsten im Publikum ein Lacher aus. Es sind besten falls nur Schmunzler aus Verlegenheit.

Ich bin mir sicher, dass es zu einer Wende und somit zu einem Umdenken kommen wird/muss. Ich bin gespannt wann es sein wird. Der Maya-Kalender sagt ja für 2012 ein großes Ereignis voraus…

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Ein Kommentar zu “Wutbürger oder Mutbürger

  1. Ich mag „GehtSieobanixoh“ Düringer eigentlich gar nicht. In seinen früheren Programmen hat er sich immer so sehr auf Kosten anderer lustig gemacht…. aber das tut in diesem Fall nix zur Sache. Ich persönlich beschäftige mich möglichst wenig mit all den Krisenschlagzeilen, weil ich der Meinung bin, dass wir sowieso nur das erfahren, was wir erfahren sollen, nicht was wirklich passiert. Erschwerend kommt dazu, dass ich mit einem ehem. Ostdeutschen verheiratet bin, der die Paranoia sowieso mit der Muttermilch schon bekommen hat. Wir haben einen schönen Vorrat an Marmeladen und Sirup im Keller – Zucker ist in Krisenzeiten nie schlecht…Dazu haben wir beide den Jagdschein und sind daher in der Lage, uns im Falle des Falles bis zu einem gewissen Grad selbst zu versorgen. Jaja – grins jetzt ruhig – ich muss auch immer ein wenig grinsen, manchmal ziemlich stark mit den Augen rollen, aber grundsätzlich finde ich es nicht so übel, dass sich mein Mann zuviel Gedanken um all diese Katastrohenszenarien macht, denn so bin ich in der glücklichen Lage, nicht so viel darüber grübeln zu müssen… das erleichtert mir den Alltag ungemein…
    Ich habe eine Bekannte (geboren in Müchen derzeit in Rom mit einem Italiener verheiratet und wohnt dort seit ca. 8 Jahren…) in Italien. Als der Berichte begannen, dass Italien finanzielle Problem hat, hat sie erzählt, dass sie nun nur noch die deutschen Medien verfolgt, denn in den italienischen hört man rein gar nichts davon… Spätestens da hatte ich das letzte bisschen „Vertrauen“ in die Glaubwürdigkeit der Medien verloren. an den Maya-Kalender glaube ich jetzt nicht unbedingt, aber ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass Europa und die Welt verhindern können, dass wir und unsere Kinder zu unseren Lebzeiten in einen Krieg gezogen werden. Geschichtlich gesehen ist das nämlich die „sicherste“ Lösung, wenn der Bankrott bevorsteht…. Ich versuche mir so viel Wissen wie möglich über natürliche Wege der Pflege und Heilung (Kräuter, ätherische Öle,..) anzueignen um wenigstens im Bereich des persönlichen Wohlbefindens und der Gesundheit etwas unabhängiger zu werden. Was bleibt uns denn anderes übrig?
    Das Problem ist, dass ich keinen Lösungsansatz sehe. Der einzelne Bürger, auch wenn er ein Wutbürger ist, kann nichts am System verändern. Dafür benötigen wir immer noch die Politiker. Die aber wollen nichts an Ihrer Stellung änern… eine Katze, die sich in den Schwanz beisst… vielleicht hat mein Mann ja recht, wenn er sagt, dass wir für eine Diktatur auf Zeit bräuchten, damit etwas geändert wird…
    …. so, nun habe ich eine erzwungene Pause gemacht und kann nicht mehr anknüpfen beim Schreiben…. hmm – trotzdem danke für den Blog…

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