Die neue Weltmacht(?)

© APA

Seit einiger Zeit, spätestens seit der Griechenland-Pleite, sind sie in aller Munde, verbreiten Schrecken und Unverständnis. Ich spreche von den gefürchteten Rating-Agenturen. Die drei größten und bedeutendsten Agenturen sind in Amerika beheimatet.

Das führt, meiner Meinung nach, schon einmal zu einer schiefen Optik. In Europa gibt es keine ernstzunehmende Rating-Agentur. Wenn man sich die Geschichte der Rating-Agenturen ansieht, gab es immer wieder den Drang und den Versuch eine deutsche/europäische Rating-Agentur zu gründen. Im europäischen Raum gibt es die Creditreform Rating. Nur hat diese Agentur offenbar nicht viel zu melden. Somit ist die gesamte Wirtschaft von drei Rating-Agenturen abhängig, die Unternehmen und Staaten nach den selben ideologischen Gesichtspunkten bewerten. Man müsste eigentlich sagen, dass einem Unternehmen/Staat die Kreditwürdigkeit nach amerikanischen Standards abgewertet wurde. Nur diese Agenturen werden wie die großen Götter gehandhabt.

In der am Anfang verlinkten Grafik sieht man, dass das Geschäft mit der Bewertung sehr einträglich sein kann. Wie kann eine Rating-Agentur einen Umsatz von mind. 820 Mio. US$ machen. Bei welchen Geschäften schneiden die mit bzw. von wem werden sie für ihre Ratings bezahlt?

In den letzten Tagen gab es eine Vielzahl an Berichten über dieses Thema. Im Standard gab es einen Bericht mit dem Titel “Audienz bei den Vermessern der Welt”. Dort bekommt man einen leichten Einblick in die Europaniederlassung von S&P’s. Mir kommt es ein wenig vor wie ein Geheimbund.

Im Ö3-Wecker vom 16.1.2012 war kurz Prof. Gottfried Haber von der Uni Klagenfurt zu Gast. Er hat meine Überlegung bestätigt. Die amerikanischen Agenturen beurteilen die Bonität nach Kriterien, die in der amerikanischen Wirtschaft üblich sind. In Europa werden die Probleme anders angegangen als in Amerika. Da es aber nicht die Problemlösung ist, die in Amerika verwendet wird, wird sie von den großen Drei als schlecht und falsch angesehen und es kommt zur Abwertung.

Nach dem schon so viel über das Thema veröffentlicht wurde, will ich es nicht überstrapazieren. Meine Gedanken zu den Rating-Agenturen in der heutigen Konstellation sind die, dass diese Agenturen nur für den amerikanischen Markt arbeiten. Kein Wunder, wenn sie Tochterunternehmen von großen Konzernen sind. Außerdem kommt es mir vor, als wollen sie mit der Abwertung Europas und des Euros den Dollar künstlich aufwerten. Solange es keinen gleichwertigen außeramerikanischen Gegenpol zu den großen Drei gibt, wird es immer den fahlen Beigeschmack von Marktverzerrung und Manipulation haben. Denn nach dem die USA im August 2011 von AAA auf AA+ abgewertet wurde, kann es doch nicht sein, dass Länder in der alten Welt, darunter Österreich, von dessen Existenz sicher ein großer Teil der Amerikaner keine Ahnung hat, ein besseres Rating haben.

Aber auch die Banken (in Österreich) sollten, auf Grund ihrer riskanten Auslandsgeschäfte, in eine Investmentbank (für solche Geschäfte) und eine Bank für das “normale” Geschäft aufgeteilt werden. Viele Banken werden sagen, dass das eine ohne dem anderen nicht möglich ist. Aber warum gibt es dann Bankprojekte wie die GLS Bank in Deutschland und der in Gründung befindlichen Demokratischen Bank?

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